NSU-Komplex auflösen

Vor kurzem endete der NSU-Prozess in München. Die Ergebnisse des Prozesses machen allerdings klar, wie sehr der rechte Terror im Rechtssystem verharmlost wird. Angelehnt an das NSU-Tribunal, das im Mai 2017 in Köln eine Gegenöffentlichkeit zu den Prozessen darstellte, haben wir verschiedene Aktivist*innen und Betroffene eingeladen, über ihre Perspektiven und Erfahrungen zu sprechen. Mit dabei ist unter anderem Ayşe Güleç, Aktivistin der “Initiative 6. April” und Mitorganisatorin des NSU-Tribunals, Ibrahim Arslan, Überlebender der rassistischen Anschläge in Mölln, und Osman Taşköprü, der Bruder des vom NSU ermordeten Hamburgers Süleyman Taşköprü.

> zum Programmpunkt “NSU Komplex”

Festivalpass

Ab jetzt könnt ihr im Online-Ticketshop und an allen Vorverkaufsstellen den CLINCH-Festivalpass erwerben!

Ab 36,50 € (ermässigt) und 55,80 € (regulärer Preis) könnt ihr mit dem Festivalpass alle Kulturveranstaltungen des Festivals besuchen.
Bei den Fortbildungen und Workshops ist die Teilnehmendenzahl begrenzt, meldet euch daher also frühzeitig an!

Diskussionsveranstaltungen und Workshops sind kostenfrei.

Welche Veranstaltungen es gibt, könnt ihr in unserem Programm sehen.

Rebellin zwischen den Grenzen

Nadia Tehran wird manchmal mit M.I.A. verglichen – der Beat, das Rebellische, die Powerfrau, die zwischen den Grenzen groß wird und das auch in ihren Songs thematisiert. Aber Nadia steht auch für sich selbst, mit einem eigenen Stil, der sich zwischen Trap, Hip Hop und Pop bewegt. Als Sängerin und Frontfrau verschiedener Bands ist sie in Schweden schon länger bekannt. Mit ihrem ersten Soloalbum “Life is Cheap, Death is Free” und besonders mit dem Video zur Single “Refugee”, das sie verbotenerweise im Iran drehte, wurde sie dann auch ausserhalb Schwedens bekannter. Der Song rechnet mit Rassismus im westlichen Europa ab, mit dem Nadia konfrontiert ist; gleichzeitig wurde der Videodreh im Iran zu einem Kampf gegen ein autoritäres Regime, das die Rechte von vor allem Frauen extrem einschränkt.

 

“Me and my father went to Iran to record this video. Crossing that border I never knew how much this project would effect everyone around me. I want to thank my family and friends for standing strong with me. This is my history; right in the gap between the systems, belonging nowhere and everywhere. This is a comment on the Western worldʼs paranoia, and a wink to a regime who think they can control us. We have no place but in the opposition. No fear.”
//Interview mit Emma Garland (Noisey)

 

Auf dem CLINCH präsentiert sie ihr aktuelles Album.
Reinhören und euch auf das Konzert freuen könnt ihr schonmal hier:

Wer ist Miss Yellow?

Eine Tanzperformance? Eine Casting-Show? Ein Musical? Ausgehend von der Frage „Wer ist die neue „Miss Yellow“?“  konfrontiert Olivia Hyunsin Kim die Zuschauer*innen mit Klischees asiatischer Stereotypen, nutzt diese als Mittel zur Selbstermächtigung. „Miss Yellow and Me – I wanna be a Musical“ ist ein Stück, das weit über eine Parodie hinaus geht und dazu auffordert, den eigenen Blick auf Klischees zu hinterfragen.

 

Als Choreografin, Performerin und Dozentin ist O. Hyunsin Kim in Berlin und Frankfurt tätig und arbeitet unter ddanddarakim mit verschiedenen Künstler*innen kollaborativ zusammen. Mit der Performance-Trilogie „MeMe“ thematisieren ddanddarakim Exotismus und Stereotypisierung in der westlichen Tanz- und Theaterszene. „Miss Yellow and Me ..“ ist der dritte Teil der Serie und wir freuen uns, die Performance auf dem CLINCH präsentieren zu können!

 

(Video: (c) Olivia Hyunsin Kim/ddanddarakim)

Die Schwierigkeit zu reisen

Das literarische Programm füllt sich weiter! Mit Néhémy Pierre-Dahomey begrüssen wir einen jungen Autor aus Port-au-Prince, Haiti, der seinen Debütroman mit dem Titel „die Zurückgekehrten“ (Orig. „Rapatriés“) auf dem Festival vorstellen wird. Er erzählt die Geschichte einer Frau, die nach einer missglückten Überfahrt wieder in ihrer Heimat ankommt und sich dort in einem „Stadtviertel der Zurückgekehrten“ niederlässt, folgt ihrem Leben und dem ihrer Kinder über den Zeitraum einer Generation. Für „Die Zurückgekehrten“ wurde Néhémy Pierre-Dahomey mit mehreren Preisen ausgezeichnet, die deutsche Übersetzung des Romans erscheint Anfang September bei Edition Nautilus.

 

Im Interview gibt Néhémy Pierre-Dahomey kurze Einblicke in die Themen des Romans. “Der Roman ist nicht bloß das Gegenteil von vielen Romanen über Migration: Es ist einfach eine andere Geschichte. (…) Wenn ich selbst sagen müsste, was das Thema dieses Buchs ist, würde ich eher von der Schwierigkeit zu reisen sprechen und von den Folgen dieser Schwierigkeit, neben anderen Dingen.”

 

 

Foto: Astrid di Crollalanza